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Ihr freundliches Wesen ist ihr Schicksal

in Tip´s vor der Anschaffung eines Beagle 01.07.2010 10:55
von Schubiduaaah | 862 Beiträge | 917 Punkte

Ihr freundliches Wesen ist ihr Schicksal
Juliane und Franz Körner vermitteln Labor-Beagle - Tiere sind gesund und haben alle Grundimpfungen



Echte Tierliebe hat viel mit Vernunft und ganz wenig mit Gefühlsduselei zu tun. Mitleid mit Hunden, die in Versuchslaboren leben, hilft denen nicht viel. Was sie brauchen, sind Menschen, die sich um sie kümmern, wenn sie ihren Dienst getan haben. Das versuchen Julian und Franz Körner seit Anfang dieses Jahres. Sie vermitteln Labor-Beagle.

SENGENTHAL - Sie tun es schon recht erfolgreich, wie ein »Familientreffen« am Wochenende im Garten ihres Hauses in Sengenthal verriet.

Aber nicht nur die – vorerst ausschließlich – Frauchen verstanden sich gut. Auch die verspielten Hunde taten es, die in Großbritannien für die Meutejagd gezüchtet werden.

In Labors begehrt

Dieses freundliche und soziale Verhalten der englischen Jagdhunderasse ist es auch, das sie so begehrt macht in den Labors der chemischen und pharmazeutischen Industrie. Dazu kommen als weitere Argumente ein ziemlich homogenes Erbgut und eine handliche Größe.

In Deutschland sind Tierversuche für die Entwicklung vieler Produkte vorgeschrieben. Doch immer mehr Unternehmen, so Juliane Körner, seien bereit, mit Tierschutzorganisationen zusammen zu arbeiten.

Es sei nicht so, dass die Hunde in den Labors Schreckliches erdulden müssten. Meist bringen sie das, was mit ihnen geschieht, nicht in Zusammenhang mit Menschen. Sie verhalten sich also in der Regel nicht wie Tiere, die misshandelt wurden. Um sie kümmern sich Tierpfleger und Tierärzte. Die sorgen auch dafür, dass die braven Labor-Beagle nach einer gewissen Zeit in die Freiheit entlassen werden. Vermittelt werden nur gesunde Hunde, die auch die Grundimpfungen schon bekommen haben.

Aber die Tiere, ob sie jetzt nach zwei oder sechs Jahren unfreiwilligem Dienst für den Menschen entlassen werden, haben ihre Jugend, ihr Welpenleben verpasst. Hier ist der neue Besitzer gefragt, der dem Hund einen guten Start ins »zweite« Leben ermöglichen muss. Die Körners legen deshalb auch sehr viel Wert auf Vorgespräche mit künftigen Beagle-Besitzern. Sie wollen für ihre Schützlinge ein liebevolles Zuhause.

Denn für diese bestand die Welt bisher aus einer reizarmen, fast sterilen Umgebung. Alles, was jetzt auf sie einstürmt, ist neu.

Michaela Plank, seit kurzem glückliche Besitzerin eines zweieinhalb Jahre alten Hundes, erinnert sich: »Die ersten Tage hat Lucy nur mit der Nase im Gras rumgeschnüffelt. Jeder Geruch muss für sie ein Erlebnis gewesen sein.« Auch sonst macht Lucy ihrem Frauchen nur Freude. Juliane Körner bittet die neuen Besitzer immer auch etwas um Geduld mit ihrem Vierbeiner, der im Labor nicht gelernt hat, Gassi zu gehen. Aber Michaela Planks »Mädchen« war bereits nach nur einem Tag stubenrein.

Es sei gut zu beobachten, weiß Juliane Körner auch aus eigener doppelter Erfahrung, wie die Hunde immer mehr Freude am neuen Leben finden und sich die positiven Eigenschaften der Beagle entwickeln, die eigentlich nur schlecht auf Füchse zu sprechen sind.

Dabei sei es wenig von Belang, wie viele Jahre der Beagle schon auf dem braunweißen Buckel hat. Denn auch ein älteres Tier müsse die Welpenzeit erst nachholen, sie sind also wiss- und lernbegierig.

Beagle können 14 Jahre alt werden, ein sechs Jahre altes Labortier habe also noch mehr als die Hälfte seines Lebens vor sich.

Im Juli kommen wieder etliche Laborbeagle frei. Interessenten können sich an Juliane und Franz Körner, Ringstraße 17 in 92369 Sengenthal (0 91 81) 90 78 51 wenden.

Christian Biersack

http://www.nm-online.de/artikel.asp?art=1252011&kat=16


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